Deutscher Kinderschutzbund

Kreisverband Soest e.V.

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Soester Kinderschutzbund fordert Ausbau von Beratungsstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs

Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Kreisverband Soest, Hans Meyer, erneuert seine bereits kürzlich in der Podiumsdiskussion zum Thema "sexueller Missbrauch" erhobene Forderung nach Einrichtung einer qualifizierten Fachberatungsstelle. Unabhängig von bestehenden Anlaufstellen wie Jugendamt oder Schulsozialarbeitern müsse es Beratungsstellen geben, die in der Öffentlichkeit über das Thema sexuellen Missbrauchs informierten und niederschwellige Hilfsangebote machten, so Hans Meyer weiter. Bundesweit gibt es in Städten und Kreisen ca. 360 solcher Fachstellen. Der Kreis Soest sei diesbezüglich, so Meyer, weitestgehend ein weißer Fleck - nur in Lippstadt gibt es mit der Beratungsstelle „Wildwasser“ ein entsprechendes Angebot.

Auf Nachfrage, ob auch der Kinderschutzbund Träger einer solchen Einrichtung sein könne, erwidert Hans Meyer, dass dies aufgrund der Zielsetzungen des Kinderschutzbundes - nämlich Schutz von Kindern gegen Gewalt - bei entsprechender Finanzierung etwa durch die Jugendämter durchaus vorstellbar sei. Darüber hinaus passe ein solches Angebot hervorragend zum bereits angebotenen Kinder und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer, das der Kinderschutzbund vor drei Jahren im Kreis Soest aufgebaut hat.

Der Kinderschutzbund Kreisverband Soest hat klare Vorstellungen von den Aufgaben einer Beratungsstelle. Dazu gehörten, so Hans Meyer, neben der Beratung vor allem Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von sexuellem Missbrauch. Dies solle durch Aufklärungs- und Informationsabende für Familien und Fachpersonal sowie Fortbildungen von Fachkräften wie ErzieherInnen oder LehrerInnen geschehen. Diese müssten auch klare Regeln an die Hand bekommen, wie Präventionsmaßnahmen umzusetzen sind, wie sie sich im Verdachtsfall verhalten können und wo sie Unterstützung finden. Hans Meyer weiter: „Das Thema muss aus der Tabuzone herausgeholt werden. Denn Missbrauch findet vor allem dort statt, wo darüber geschwiegen wird. Kindern und Jugendlichen, die über sexuellen Missbrauch und sexuelle Grenzverletzungen berichten, müsse geglaubt werden. Sie müssen die Chance haben, sich an fachkompetente Erwachsene wenden zu können. Vor allem auch ohne Angst, dass anschließend über ihren Kopf hinweg Entscheidungen getroffen werden, die sie nicht wollen. Aufgabe der Beratungsstellen sei es daher auch aufzuzeigen, wie Schutzkonzepte etwa in Kindertageseinrichtungen oder Schulen unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entwickelt und aufgestellt werden können. Eine so verstandene Beratungsstelle sei als wichtiger und unverzichtbarer Netzwerkpartner von Jugendamt und Fachpersonal an Kita und Schule zu sehen. Die Arbeit gestalte sich bei der Beratung von Einzelfällen weitgehend anonym. Vor allem dürfe keine Pflicht zur Anzeige bestehen.

Über sexuellen Missbrauch

Laut Kriminalstatistik gab es im Bund im Jahr 2011 12 444 Fälle von sexuellem Missbrauch, allerdings sei die Dunkelziffer sehr hoch. 70% der Opfer sind Mädchen, 30 % Jungen. Sexueller Missbrauch findet täglich statt, in jeder Stadt, in jedem Dorf. Mehr als 60% der Fälle geschehen im nahen Verwandten- und Bekanntenkreis. Die Täter(innen) kommen aus allen sozialen Schichten.

Nach Untersuchungen von Christian Pfeiffer, Kriminologe und Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, habe die Anzeigenbereitschaft von Betroffenen sowie vermehre öffentliche Anteilnahme und Aufmerksamkeit für einen leichten Rückgang sexuellen Missbrauchs gesorgt. Allerdings betreffe dies im Wesentlichen den sexuellen Missbrauch bei innerfamiliären Taten.

Pressekontakt

Beatrix Neuhaus
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